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::: Presse·.°.·°.·
... was wir in Zeitungen gefunden haben, werden wir hier auftauchen lassen.
Eine lockere Abfolge von Artikeln die nicht in den ''normalen'' Fachzeitschriften aus dem Angelbereich erschienen
sind, sondern in anderen Zeitungen und Zeitschriften
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::: Hermann ... unser Halbcanadier .°.·.°.·°.·
... was Angelgerät von uns so alles erlegt
Schon seit sehr vielen Jahren ist Hermann ein Stammkunde bei uns. In den letzten Jahren aber müssen
wir im Sommer auf Hermann verzichten. Er ist jetzt ein Halbcandier geworden und stellt sein Angelgerät
in Kanada auf härteste Proben.
Aber auch jetzt haben die Flossenträger wieder den kürzeren gegen Hermanns Angelkünste gezogen.
Und unter seiner Leitung bekommt auch sein Team eine ordentliche Portion Fisch an den Haken, wenn nur
das Wetter mitspielt.
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::: Neues von der Küste ·.°.·°.·
novellierte Küstenfischereiordnung (KüFO)
Einige Mindestmaße sind angehoben worden: Flunder in Trave und Schlei von 20 auf 25 Zentimeter, Dorsch auf 35 Zentimeter in der Nordsee! und 38 Zentimeter in der Ostsee, Wittling auf 27 Zentimeter in der Nordsee und 23 Zentimeter in der Ostsee. Neu hinzugekommen ist der See- oder Wolfsbarsch in der Nordsee mit einem Fangmaß von 36 Zentimeter.
Bitte beachtet die Maße, die Fänge in den kommden Jahren werden umso besser.
Neu ist auch, dass Touristen jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern Angelscheine ohne Fischereiprüfung bekommen können. Bisher war das an der Küste auch schon in Schleswig-Holstein möglich. Nähere Infos in Kürze hier.
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::: Fischen für Touristen bald ohne Angelschein ·.°.·°.·
Schwerin (dpa)
Im Streit um den Angelschein haben Teile der CDU-Landtagsfraktion eine neue Variante ins Spiel gebracht. Danach sollen Touristen auf Kuttern und an gewerblich genutzten Teichen ohne Schein angeln dürfen. Für das Angeln an anderen Gewässern soll der Angelschein nötig sein, erläuterte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Eckhardt Rehberg, am Dienstag in Schwerin das Konzept. Es sei ein unbürokratischer Ansatz, wenn der
Kutter- oder Teichbesitzer für seinen Bereich verantwortlich sei und die Touristen überwache. Der Angelschein komme für viele zu teuer, sagte Rehberg. Er bezweifle deshalb, dass dieser Schein einen neuen Schub für den Tourismus auslösen könne.
Beschluss am Mittwoch
Nach den Vorstellungen von Rot-Rot sollen künftig auswärtige Urlauber ohne Prüfung einen Fischereischein kaufen können. Damit würden Touristen und einheimische Angler ungleich behandelt, die nötige Sachkunde beim Töten von Wirbeltieren werde nicht nachgewiesen, meinen die Kritiker. Das neue Fischereigesetz, das den Angelschein beinhaltet, will Rot-Rot an diesem Mittwoch im Landtag beschließen.
Angelschein auch für Kinder
Die SPD-Abgeordnete Hannelore Monegel bedauerte, dass bei der «emotionsgeladenen Diskussion» um den Touristen-Fischereischein andere sinnvolle Regelungen im neuen Gesetz in den Hintergrund getreten seien. So sei künftig Wettangeln ohne nachfolgende sinnvolle Verwertung der Fische nicht zulässig. Auch sollen Kinder ab 10 Jahren einen Fischereischein erwerben können. Sie sollen so frühzeitig zu verantwortungsvollem Handeln an Gewässern erzogen werden.
Quelle: dpa 090305
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::: Der letzte seiner Art ? ·.°.·°.·
Offener Brief an den BLINKER: ''Meine Gedanken um Thema Laichdorsche''
Wenn der Dorsch nicht in einer, die Art stützenden Weise, geschont wird, werden wir sicher das erleben was in Neufundland eingetreten ist, der Zusammenbruch der Population. Ich selber bin in den Jahren 1975 bis 1985 in jedem Jahr zum Fang der Laichdorsche an den Oeresund gefahren. Bis ich mir an den Kopf gefasst habe und mich gefragt habe, was zum Teufel tust du eigentlich? Dann habe ich es gelassen. Ich verfolge das anglerische Geschehen auch auf den Meeren hier vor der Haustür seit Mitte 1960 recht genau, der Bestand an Dorschen ist auf dem Wege zusammen zu brechen. Aber wie es immer ist wenn ich auf jemanden mit dem Finger zeige, ich meine hier die Berufsfischerei, zeigen drei Finger auf mich selbst. Wir Angler sollten auch in diesem Fall vorangehen. Lasst die Dorsche in Ruhe laichen, begnügen wir uns mit den Kleineren im Jahr. Sonst gibt es in wenigen Jahren nur noch Kampfklieschen in der Ostsee.
Mit herzlichem Gruss, Wolfgang Bergmann
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::: Atlantischer Stör ·.°.·°.·
- seit 80 Jahren verschwunden
- von Matthias Rebaschus
Der Atlantische Stör (Acipenser sturio) gilt in der Elbe seit mehr als 80 Jahren als verschollen. Ursprünglich kam nur diese Störart hier vor. 1834 wurden noch mehr als 3000 Exemplare gefangen. 1903 waren es nur noch wenige Exemplare. In der Nordsee wurden in den 80 Jahren 15 Exemplare gefangen, die als Irrgäste gelten. Der Atlantische Stör wird bis zu sechs Meter lang, 300 Kilogramm schwer und ist ein Wanderfisch, der eigentlich im Wattenmeer und in den Flussmündungen lebt. Er wurde nicht Opfer der Verschmutzung der Flüsse, sondern der Gier. Störe sind sehr leicht zu fangen, weil sie in seichtem Wasser einfach zu orten sind (und wegen ihrer Größe leicht auffallen). Die Fischer besonders im Unterelberaum haben dem Riesen den Garaus gemacht, weil nicht nur die untermassigen Fische geschlachtet wurden, sondern mit dem Aufkommen der Dampfschiffe Massenfänge möglich wurden. Ein Atlantischer Stör wird erst im Alter von acht bis 14 Jahren geschlechtsreif. Er hat wenig Chancen, einem Fischernetz zu entgehen. Die urzeitlichen Fische, die ein Alter von 60 Jahren erreichen können, existieren weltweit nur noch in Restbeständen, zum Beispiel im Gironde-Becken. (reba)
Hamburger Abendblatt / 6. August 2004
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::: Elbe: Fast alle Fische wieder da·.°.·°.·
Vielfalt: Experten zählen inzwischen knapp hundert Arten - darunter sogar Finte und Nordseeschnäpel.
- von Matthias Rebaschus, Claudia Sewig
Die Elbe ist wieder der fischartenreichste Fluss Europas geworden. Knapp hundert verschiedene Fische leben zwischen Cuxhaven und dem Riesengebirge. Die meisten davon bei Hamburg, denn hier bietet die Tideelbe einen Lebensraum für Meeres- und Süßwasserfische. Das erklärte Thomas Gaumert (52), Chef der Hamburger Wassergütestelle. Er sagt: "Die Elbe hat wieder den historischen Fischbestand wie vor Hunderten von Jahren erreicht. Nur der Altantische Stör fehlt noch. Allgemein gilt: Wir sind von der guten Entwicklung überrascht. Der Strom atmet heute besser durch; er wird sich weiter gut entwickeln, nur die großen Sprünge kann es nicht mehr geben." Zum Vergleich: Der Rhein hat mit 63 Fischarten sein ehemaliges Maximum erreicht. Die Fische profitieren von der Wasserqualität, die sich nach der Wende stark verbessert hat. Die Ursachen: neue Kläranlagen, weniger Abwassereinleitungen und steigender Fischbesatz.
Zu den zurückgekehrten Fischen zählen der Nordseeschnäpel, die Finte, der Stint, die Flunder (unser schöner Elbbutt), die Zährte, Fluss- und Meerneunauge, aber auch Wels und Karpfen. Diese Fische waren vielfach in die sauberen Elbnebenflüsse abgewandert, sind jetzt zurückgekehrt. Neu in der Hamburger Elbe ist auch die Barbe, ein Fisch der eigentlich klares Wasser sucht. Dr. Ralf Thiel (43) vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund, sagt: "Es werden Fische aus dem südeuropäischen Raum einwandern und den Fischbestand verändern."
Neben den Stören waren früher Lachs und Meerforelle die begehrtesten Elbfische. "Bei diesen Edelfischen muss man leider eine Einschränkung machen", sagt der Fischereibiologe Gaumert, "sie steigen zwar wieder in die Elbe und die Nebenflüsse zum Laichen auf. Wir werden jedoch nicht den ehemaligen großen Bestand erreichen, weil die Hindernisse zu groß sind. Dazu zählen die Wanderhindernisse (Wehre) in der Elbe und fehlende Laichbedingungen (kein Kieselgrund)."
Auch Exoten machen sich in der Elbe in wenigen Exemplaren breit. Das sind: Silberkarpfen, Graskarpfen, Marmorkarpfen, Sibirischer Stör, Weißer Stör, Sterlet, Zwergwels (aus den USA), Blaubandbärtling, die Peledmaräne und der Bachsaibling. Diese Fische sind zum Teil noch ein Erbe der DDR. "In Ostdeutschland wurden zum Beispiel Graskarpfen eingesetzt, die Pflanzen vertilgen und auch als Nahrung dienen sollten", sagt Gaumert.
Zwar hat die gestern 23 Grad warme Elbe wegen der Sommerhitze unter Sauerstoffmangel zu leiden, doch das befürchtete Fischsterben blieb bisher aus. "Der Zustand der Elbe ist allgemein gut. Die Wasserqualität ist jetzt im Sommer so gut, dass kein Badender Schaden nimmt", sagt Behördensprecher Volker Dumann. "Das Baden in der Stromelbe in Hamburg ist nur wegen mangelnder Sichttiefe und plötzlichem Sog nicht offiziell erlaubt." Vor 20 Jahren galt unser Strom noch als Industriekloake mit vergifteten "Blumenkohl-Aalen". Die Zahlen der Umweltbehörde zeigen, wie die Schadstoff-Fracht abnahm: 1985 hatte die Elbe jährlich 28 Tonnen Quecksilber und 13 Tonnen Kalium zu verkraften, heute sind es 1,3 und 5,8 Tonnen.
Hamburger Abendblatt / 6. August 2004
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::: Dicke Fische:·.°.·°.·
Gute Nachrichten von der Elbe
Kommentar -von Matthias Rebaschus
Ist der ehemalige Patient Elbe gesund? So scheint es. Schließlich können knapp hundert Fischarten nicht irren, und unser Strom hat - sogar in den Stadtgrenzen - Badewasser-Qualität. Das sind gute Nachrichten, die Erinnerungen aufkommen lassen, als in Hamburg die Lachse und Störe so massenhaft gefangen wurden, dass sich die Dienstboten weigerten, jeden Tag grätige Kost serviert zu bekommen. Gute Nachrichten, die klar machen, dass sich auch ein vom Menschen stark genutztes - und verschmutztes - Refugium erholen kann.
Doch bei aller Freude darf auch das nicht übersehen werden: Der Elbfisch in Hamburg stinkt zwar nicht mehr nach Phenol, aber er ist zum Teil noch so mit Umweltgiften belastet, dass er nicht vermarktet werden kann. Und die Zahl der Lachse ist weiter gering, weil ihnen Laichmöglichkeiten in den Elbnebenflüssen fehlen. Es geht daher in Zukunft nicht nur um die Wasserqualität, sondern auch um Renaturierung der Nebenflüsse. Es geht um mehr Fischtreppen, weniger Wehre und zum Beispiel um Heidebäche, die wieder ein Kiesbett haben und nicht versanden. Es geht jetzt darum, einen Fluss mit seinen Nebenarmen als ein System zu behandeln. Die Elbe wird das belohnen.
Hamburger Abendblatt / 6. August 2004
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::: Dicke Fische:·.°.·°.·
Angeln in und um Hamburg
Auf dem Forellenhof bekommt jeder etwas an den Haken: Die elf Angelteiche werden ständig aufgefüllt und liefern darum selbst Ungeübten und Kindern rasche Erfolgserlebnisse.
Hier gibt es Lachsforellen, Forellen, Schleie und ab Herbst auch wieder Karpfen zu fangen. Bezahlt wird nicht nach Zeit, sondern nach dem Gewicht der Ausbeute.
Wer mag, kann gleich im angeschlossenen Restaurant frischen Fisch essen; auch Aal steht auf der Karte. Ladenverkauf und Angelbetrieb: Di bis So 9 bis 18 Uhr, Restaurant: offen von 11.30 bis 21.30 Uhr. Forellenhof Seevetal, Moorstraße 43, 21218 Helmstorf. Internet: www.forellenhof-seevetal.de
In Hamburg sind Alster und Elbe fast überall beangelbar. Voraussetzung ist die absolvierte Sportfischerprüfung („Angelschein“). Außerdem braucht man einen Jahresfischereischein der Stadt (10 EUR/Jahr), der immerhin bundesweit gilt. ! Als Zubehör benötigt man zumindest eine ordentliche Rute, 3 bis 4 m lang (ca. 50 EUR), eine Pose und 150 m Rolle (ca. 50 EUR) sowie einen Kescher (25 EUR). Gibts z.B. bei 1000 Angeln, Wexstraße 28, Hamburg. Tel. 040 / 34 22 20.
Vereine in Hamburg: Anglerverein Frühauf von 1910 e.V., Tel. 630 00 12. AV Bergedorf-West/Allermöhe e.V., + 735 59 19. Bergedorfer Anglerverein von 1954 e.V., Tel. 710 84 44. Sportfischerverein Elbe von 1927 e.V., Tel. 25 67 28. Wandsbeker Sportanglerverein von 1961 e.V., Tel. 754 03 70.
Hamburger Abendblatt / 19. Juni 2004
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::: Karpfen·.°.·°.·
... vom Fastenfisch zum Festfisch
Ein netter Artikel im Hamburger Abendblatt. Sicher können wir Angler nicht in alle Punkte unterschreiben aber doch lesenswert.
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::: 1000 Angeln und die MOPO erfüllen einen Superwunsch·.°.·°.·
Jungs im Angel-Fieber
Die zehnjährigen Maurice und Shahin gingen auf der Elbe auf Fischfang
Neun Uhr, Binnenhafen: "Petri Heil!", ruft Pflegemama Silke ihren beiden Jungs hinterher. "Und bringt viele Fische mit zurück!" Langsam tuckert der
knallrote Kutter in Richtung Elbe. Die Pflegebrüder Shahin und Maurice aus Fuhlsbüttel bereiten an Deck ihre Ruten vor. Denn die zwei Zehnjährigen und die MOPO-Kinderträume sind heute beim großen "Elbangeln" mit von der Partie.
Jeden Sonnabend macht Skipper Broder Drees bei Wind und Wetter die Leinen los. Der kultige Seefahrer und sein Angelexperte Ralph Lilienkamp sind seit sechs Monaten ein Team: Broder ist Chef an Bord, Ralph ist Chef in Sachen Fische. Ein Ausflug mit den beiden ist mehr als ein Angel-Erlebnis - neben hilfreichen Tipps für Einsteiger gibts auch `ne Menge Seemannsgarn zu hören.
Leider hat Broder den tollen Kutter inzwischen verkauft. Und die schönen Touren finden daher leider nicht mehr statt.
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::: Im Männergarten Eden ·.°.·°.·
Deutschland und die Welt Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2003, Nr. 257, S. 9
In Hamburg können Frauen ihre Männer in einer Bar abgeben und ungestört einkaufen / Von Frank Heike
HAMBURG, im November. Die Tür fliegt auf, der Wind fährt in den eselohrigen "Playboy". Drei Männer mit Namensschildern auf der Brust stürmen aus der Bar. Draußen zappelt eine Brasse im Kescher. Da hat dieser Kerl im Ölzeug doch tatsächlich was aus dem Fleet geholt! Das fasziniert jeden Mann: ein echter Fisch. So kräftig, er bewegt sich sogar noch. Es ist schon der vierte heute. Die drei Männer bewundern den Angler, der draußen am Bleichenfleet steht, stoisch, in Gelb, im Wind. Barbesitzer Alexander Stein zieht die Tür zu. Er plumpst in einen bequemen Ledersessel: "Wir müssen immer was Neues anbieten." Heute ist es das Showangeln draußen vor der Bar. Deswegen liegen auch Kataloge mit Segel- und Wassersportausrüstung auf den Tischen.
Die Stadt ist an diesem Samstag schwarz von einkaufenden Menschen. Drinnen in der dunkelrot gestrichenen Bar in der Nähe des Rathauses dagegen himmlische Ruhe. Im Fernsehen läuft Golf. Ohne Ton. In einer Stunde beginnt die Premiere-Konferenzschaltung. Bundesliga. Dann wird es voll werden - zehn Anmeldungen hat Steins Personal entgegengenommen. Die Männer, die hier samstags abgegeben werden, durften auch schon mit ferngesteuerten Autos spielen. Sie haben sich die Funktionsweisen von Stichsägen und Bohrmaschinen vorführen lassen. Sie durften Nicole, 21, aufblättern, anglotzen, herumzeigen. Ohne daß Frauen sie gestört hätten.
Stein hatte vor ein paar Wochen die Idee seines Lebens. Den Männergarten. Draußen das Schild: "Kennen Sie das Problem? Sie wollen shoppen - er aber stört nur. Geben Sie ihn hier ab." Das ist an sie gerichtet, aber er kennt das Problem viel besser. Er ist doch der Leidtragende. Er ist derjenige, der in Ruhe Fußball gucken, keinesfalls aber bei der Auswahl des neunten Paares Schuhe mithelfen möchte, das aussieht wie das erste oder dritte. Und dann die vielen Menschen in den Geschäften! Der Männergarten hilft. Er hilft heute Roger, Bernd und Theo aus Eupen, Belgien. Sie haben im Fernsehen vom Männergarten erfahren. Ihre Frauen haben jeweils zehn Euro bezahlt, eine Quittung bekommen, den Männern ist ihr Name auf ein Schildchen geschrieben worden. Jetzt sind sie hier sicher verwahrt. Die Frauen kaufen ein.
Bianca trägt ein knappes schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "Männergärtnerin". Sie ist 21 Jahre alt und serviert Grünkohl, Kaßler, Kochwurst und Bier vom Faß. Aus dem Hintergrund plätschert Bert Kaempferts "Swinging Safari". Bianca hat rotgefärbte Haare und ein blitzendes Piercing im Zahnfleisch. Die Belgier sind gut drauf, aber Bianca könnte ruhig mehr mit ihnen reden, finden sie. Ältere Herren säßen auch schon mal verschüchtert mit einem Donald-Duck-Band in der Ecke, sagt Bianca. Sie versucht dann, die Einzelgänger und die Kleingruppen zusammenzubringen, zum Skat etwa. "Du mußt dich mehr um uns kümmern!" ruft Roger. Er kriegt noch ein Bier. Er hätte auch zum Strickzeug auf dem Tisch greifen können.
Manchmal hat sich Barbesitzer Stein schon gewundert über die Medien, wenn etwa die Neue Zürcher Zeitung eine große Reportage aus dem Männergarten brachte und die BBC live sendete: "Gibt es keine anderen Themen?" Heute hat ein Reporter aus Estland neben dem sechs Meter langen Aquarium Platz genommen und interviewt zwei Männer aus München. "Manchen Gast hat der Medienrummel verschreckt, einige sind kopfschüttelnd wieder rausgegangen", sagt Stein. Einmal filmten drei Kamerateams zwei Gäste. Dem Restaurant im selben Gebäude (es gehört Stein), sogar der versteckt liegenden Ladenpassage habe der Hype um den Männergarten aber gutgetan: "Viel mehr Umsatz." Stein weiß noch nicht, ob der Männergarten von Dauer sein wird. So richtig losgehen soll es sowieso erst im März 2004, wenn die Tourismussaison in Hamburg wieder beginnt. Ikea wolle bei ihm abkupfern, hat Stein gehört, und samstags Fernseh-Ecken mit Bundesliga anbieten. Jüngst hat ein Männergarten in Köln eröffnet. Roger, Bernd und Theo langweilen sich. Sie sind schon seit eins hier, über zwei Stunden. Auf Gesellschaftsspiele haben sie keine Lust, weder auf "Schweinerei" noch auf "Bluff". Sie wollen lieber noch eine Hafenrundfahrt machen. Oder abends ins Dollhouse. Endlich kommen die Frauen zurück. Sie strahlen. Übermäßig viele Tüten haben sie gar nicht dabei. Yvonne blättert in einer Zeitschrift und findet darin einen Waschbrettbauch- Supertypen: "Den möchte ich gern hier abholen!" Sie bekommt aber nur ihren Theo zurück. Gegen Quittung.
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